Was steht denn da? Ein Heumanderl!

Heumännchen

Heu ist weit mehr als Tierfutter. In der traditionellen Heu-Apotheke hilft es bei Gelenkschmerzen oder Schlaflosigkeit.

Wer den Sommerurlaub im Voralpenland verbringt, wird auf manchen Wiesen diese seltsamen Heumännchen (nichts anderes heißt Heumanderl) entdecken. Die Figuren sind aus langen Grashalmen, die auf einem speziellen Holzgestell so aufgetürmt werden, dass das abgemähte Gras zu Heu trocknen kann. Gerade auf kleinen und bergigen Wiesen bauen die Bauern noch solche Figuren, weil sie dort nicht mit den großen Mähmaschinen arbeiten können. Oder weil es ihnen Freude macht, diese alte Tradition fortzuführen. So geerntetes Heu wird in vielen Regionen für Heubäder genutzt oder zu Heublumentee getrocknet.

Heuernte in großen Rollen
Heuernte in großen Rollen

Wenn Heu auf großen Feldern geerntet wird, bleibt es meist in riesigen Rollen liegen, bis der Bauer es nach einigen Tagen auf den Hof bringt und dort für den Winter einlagert. Manche Bauern packen die Rollen gleich ein, damit aus Heu Silage wird, ein besonders nährreiches Tierfutter. Auch wenn es verlockend sein mag: Hände weg von solchen Silorollen. Das Futter muss in den Rollen gären – dazu darf keine Luft hineinkommen. Wird ein Loch in die Hülle gestochen, kann das Futter giftig werden und die Tiere töten.

Heuernte zur Silage
So verpackt wird das Heu zum fermentierten Tierfutter

Heilkraft der Heublumen

Erprobte Hausmittel sind in Dampf erhitzte Heublumen als Umschlag oder Wickel bei Verspannungen, He- xenschuss, schmerzenden Gelenken und Muskeln. Heublumen sollen aber auch bei Magen-Darm-Verstimmung oder Kopfschmerzen und Migräne helfen. Pflanzliche Östrogene, wie sie sich beispielsweise im Klee finden, machen Heublumen zu einem Mittel bei Menstruationsproblemen und Be- schwerden der Wechseljahre wie Hit- zewallungen, Schlafstörungen oder erhöhter Reizbarkeit.

Mehr zur Heilkraft der Heublumen und welche Hausmittel sie nutzen, lesen Sie in unserer Sommerausgabe der NaturApotheke.

Heukissen für einen geruhsamen Schlaf
Heukissen für einen geruhsamen Schlaf

Heukissen für einen ruhigen Schlaf

Wer nicht im Heustadel übernachten kann, holt sich das Heu ins Bett. Als Kissen dient am besten ein Säckchen aus grobem Leinen, das Sie in trockenem Zustand mit einer Mischung aus 2 Teilen getrockneter Heublumen sowie einem Teil Lavendel, Melisse und Thymian füllen. Das Kissen anschließend in Wasserdampf erwärmen und in ein Baumwoll- und dann in ein Wolltuch wickeln. Prüfen Sie die Temperatur, damit Sie sich nicht verbrennen und schützen Sie Leintuch und Matratze durch ein dickes Handtuch. Bleiben Sie so lange auf dem Kissen liegen, bis es ausgekühlt ist.

 

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