Echte Arnika – Wundheilmittel bei Verletzungen

Echte Arnika. Foto: Shutterstock/anmbph

Die Arnika (Arnica montana) mit ihren dottergelben Zun­genblüten liebt die Höhe der Berge. Am Blütenboden in der Mitte der verstrubbelt wirkenden Zungenblüten finden wir eine weiche Behaarung. Diese führte wahrscheinlich zu dem Namen Arnika (Griechisch Arnion = Lamm(-fell)). Wir finden die schwach giftige Bergblume in ganz Europa außer in Großbritannien. Als Heilpflanze wurde sie das erste Mal im Mittelalter beschrieben. Durch viele Wildsammlungen und intensive Grünlandnutzung ist die echte Arnika in ihrem Wildbestand stark bedroht. Sie ist streng geschützt. Bereits 1981 hat man die Arnica montana in die Liste des Washingtoner Artenschutzabkommens aufgenommen. 

Arnika bei Verletzungen und deren Folgen

Die Arnikablüte ist das Wundheilmittel für alle Verletzungen und deren Folgen. Sie ist ein Kreislaufmittel und verbessert die Durchblutung der Herzkranzgefäße. Auch nach einem Schlaganfall leistet sie gute Dienste. Im Anschluss an Operationen oder Zahnextraktionen kann Arnika die Heilung beschleunigen. Manchmal löst sie bei empfindlichen Men­schen Unverträglichkeitserscheinungen aus. Aus diesem Grund wird sie für die innerliche Anwendung zumeist nur homöopathisch verwendet. 

Als Dosierung kann man dreimal täglich fünf Globuli Arnica D6 versuchen. Heilpraktiker und Apotheken beraten Sie, welche Potenz in welchem Fall gerade passend ist.

Arnika in Salben und Tinkturen

Salbe und Urtinktur wirken heilend in Form von Ein­rei­bun­gen und Umschlägen. Für einen Umschlag wird die Urtinktur 1:4 bis 1:10 mit Wasser verdünnt und ein sau­berer Stoff wird mit der Tinktur getränkt. Der wird auf die betroffene Stelle aufgelegt, sofern die Haut unverletzt ist. So ein Umschlag wird bei Erwachsenen und Kindern ab zwölf Jahren angewendet. Nehmen wir eine Salbe, darf diese maximal 20 % Tinktur enthalten. Bei einem Aufguss gelten 2 g Droge auf 100 ml Wasser. Die Arnikablüten wirken entzündungshemmend, blutstillend, abschwellend, schmerzlindernd, antibakteriell und pilzfeindlich. In der Apotheke gibt es ein großes Sortiment an Fertigpräparaten. 

Die Arnika sollte in unserer natürlichen Hausapotheke nicht fehlen. Genauso wie diese Pflanzen.

Rezept: Arnikatinktur für die äußerliche Anwendung

Zutaten: Getrocknete Arnikablüten und 40-prozentiger Alkohol

Wir verwenden Arnikablüten aus dem Kräuterfachhandel, die speziell dafür angebaut werden.

1. Ein Schraubglas etwa bis zur Hälfte mit den getrockneten Blüten füllen.  

2. Mit dem Alkohol bis zum oberen Rand aufgießen. Das Glas verschließen, die Arznei etwa 40 Tage ziehen lassen und das Glas gelegentlich bewegen.

3. Nach dieser Zeit die Mischung durch ein Stofftaschentuch abgießen. Die fertige Tinktur in Braunflaschen abfüllen und beschriften. Die Tinktur ist etwa ein bis zwei Jahre haltbar. 

Tipp: Selbst hergestellte Tinkturen sind nicht standardisiert und unterliegen nach Standort der Pflanzen und Sonnenbestrahlung natürlichen Schwankungen. Getrocknete Arnikablüten sind relativ teuer. Achten Sie trotzdem auf Bioqualität.

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