Vielseitiger Rosmarin 

Rosmarin begleitet die Menschen seit alters her durchs Leben. (Bild: Pixabay)

Ob im Garten oder auf dem Balkon, Rosmarin ist mit seinem aromatischen Duft beliebt als Gewürz und als ein wertvolles Heilkraut

Rosmarin (Rosmarinus officinalis) ist eine sehr alte Heilpflanze und zählt zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Er ist uns heute besonders von der mediterranen Küche her bekannt, wo sein stark aromatischer, etwas bitterer, harziger Geschmack viele Gerichte krönt. Rosmarin war der Göttin Aphrodite geweiht, die aus dem Schaum des Meeres geboren wurde (Lateinisch ros marinus = „Meertau“). Passend ist der Name auch, weil sich in den Rosmarinsträuchern an der Mittelmeerküste über Nacht Tau sammelt. Nach anderen Quellen gründet sein Name im griechischen „Libanos“ (Weihrauch) / „Libanotos“ (Weihrauchbaum), das den wohlriechenden Strauch bezeichnet. Er wurde für rituelle Räucherungen, Feiern und Zeremonien genutzt, da er Konzentration und Gedächtnis stärkt und dabei doch entspannend wirkt. Bekannt ist er etwa auch als Weihrauchkraut oder Brautkraut. Seine ursprüngliche Heimat ist der Mittelmeerraum, Marokko, Tunesien und Südosteuropa.

Details zur Botanik

Der mehrjährige, immergrüne Halbstrauch hat vielverzweigte Triebe mit dunkelgrünen, ledrigen, nadeligen Blättern. Sie sondern starke ätherische Öle ab, die die Pflanze kühlen, die vielen kleinen weißen Härchen an ihrer Unterseite bieten zusätzlichen Schutz vor Sonne und Fressfeinden. Rosmarin verströmt einen intensiven aromatischen Duft. Während der Blüte – bei uns etwa Mitte März bis Ende Mai – finden sich an den oberen krautigen Teilen der Stängel zahlreiche bläuliche, lila-, rosa-farbene oder weiße Blüten. In ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet wird sie bis zu zwei Meter hoch, bei uns erreicht sie 50 bis 150 Zentimeter. Dabei bildet die Pflanze feine, recht flache Wurzeln aus. Verwendet werden die Blätter zusammen mit den jüngsten Trieben. Rosmarin wächst in den Mittelmeerländern heute sowohl kultiviert als auch wild das ganze Jahr über. Erntezeit bei uns ist Mai bis Oktober, da das Überwintern die Pflanze Kraft kostet und sie oft nicht winterhart ist. Geerntet werden die Blätter, die sich auch trocknen lassen.

Mythologie

Rosmarin galt und gilt bis heute als Symbol für Liebe, Ehe und Treue, als starke Schutzpflanze mit der Kraft, negative Energien fernzuhalten. Im alten Griechenland ehrte man die Liebesgöttin Aphrodite mit einem Kranz aus Rosmarin, auch die Römer bekränzten Venus mit Zweigen des duftigen Heilkrautes. Rosmarin begleitete die Menschen ihr Leben lang, ob in Zeiten der Freude und Lebenslust oder der Trauer. So gehörte er in Brautkränze und Brautsträuße und symbolisierte Glück und Fruchtbarkeit. Aus Österreich stammt der Brauch, dass sich Paare einen Rosmarinzweig in die Hochzeitsschuhe legen.

Rosmarin ist auch mit Trauer, Tod und dem Gedenken an die Toten verbunden. So band man etwa in Griechenland Totenkränze aus Rosmarin und im alten Ägypten legte man den Toten Rosmarinzweige in die Hände, um ihnen die Reise ins Land der unsterblichen Seelen mit ihrem Duft zu versüßen.

Wertvolle Wirkstoffe

In Rosmarinblättern stecken viele wertvolle Inhaltsstoffe. So enthalten sie ätherische Öle, unter anderem mit Cineol, das schleimlösend in Lunge und Nasennebenhöhlen wirkt, die Verengung der Bronchien hemmt, belebt und Konzentration sowie Denkleistung fördert.

Rosmarin in der Naturheilkunde

Rosmarin wird in der Pflanzenheilkunde wegen seiner vielseitigen Heilwirkungen hochgeschätzt: schmerzstillend, tonisierend, entzündungshemmend, antiseptisch, antiviral, antibakteriell, krampflösend, harntreibend, balsamisch, beruhigend.

Worauf man achten sollte

In zu großen Mengen kann Rosmarin zu Rauschzuständen und Krämpfen führen. Bei zu hohen Dosen kann es auch zu Magenschleimhautentzündungen oder Brechreiz kommen. Gerbstoffe verursachen bei Langzeitanwendung unter Umständen Leberschäden.

Daher sollte unbedingt eine Tagesdosierung von 6 g Blättern für Teeaufgüsse, 20 Tropfen ätherischem Öl und 50 g für Bäder nicht überschritten werden. In seltenen Fällen kann es zu Kontaktallergien kommen.
Wichtig: Rosmarin bitte nicht länger als 5 bis 10 Minuten köcheln, da ansonsten vermehrt Gerbstoffe freigesetzt werden. Diese vermindern die Resorption von basischen Arzneimitteln und mancher Mineralstoffe wie Eisen. Für die innere Anwendung ist es zudem günstig, Gerbstoffe mit Schleimstoffen zu kombinieren.

Nicht anwenden bei Verstopfung, trockenen Ekzemen oder trockenen Schleimhäuten. Während der Schwangerschaft und Stillzeit ätherisches Rosmarinöl komplett meiden, da es in größeren Mengen die Gebärmutter stimuliert. Als Küchengewürz in geringen Mengen ist seine Verwendung unbedenklich.

Belebendes Rosmarin-Shampoo

Shampoo mit Rosmarin ist herrlich erfrischend.

Zutaten

  • 0,5 l Quell- oder stilles Mineralwasser
  • 1 Handvoll frische Rosmarinblätter
  • 20 g Olivenseife
  • 4 Tropfen ätherisches Rosmarinöl

Zubereitung Variante 1: den frischen Rosmarin mit kochendem Wasser übergießen und nun mindestens 30 Minuten ziehen lassen. Die Seifenflocken in eine sterile Flasche geben. Dann den Rosmarin abseihen und den Sud erneut erhitzen. Den heißen Sud über die geflockte Seife gießen und das Öl hinzugeben. Jetzt die Flasche schließen und alles kräftig schütteln, damit sich die Flocken auflösen. Die Mischung abkühlen lassen. Das Shampoo wie normales Shampoo anwenden.

Im Kühlschrank ist es etwa zwei Wochen lang haltbar. Vor dem Benutzen bitte daran riechen, ob es noch gut ist.

Zubereitung Variante 2: 10 Tropfen Rosmarinöl mit 300 ml Shampoo vermischen oder das reine Rosmarinöl als Haarkur einwirken lassen.

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geschrieben von
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