Mairübe: Comeback der zarten Knolle

Mairüben bestehen zu 90 % aus Wasser und enthalten fast kein Fett. (Bild: Pixabay)

Die Mairübe war lange vergessen. Doch die alte Gemüsepflanze erfreut sich hierzulande wieder wachsender Beliebtheit, ist vielseitig verwendbar und versorgt uns mit wertvollen Nährstoffen.

Die Mairübe (Brassica rapa subsp. rapa var. majalis) ist eine Gemüsepflanze mit essbarer Wurzel und ursprünglich in Indien und China beheimatet. Die rund fünf Zentimeter großen Knollen haben einen kräftigen Blattansatz mit dichtem Blattwerk. Die kleine Schwester der Speiserübe gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse und ist auch als weiße Rübe beziehungsweise in der rötlichen Färbung als Navet (französisch: Rübe) oder Navette bekannt. Verwandt ist die Mairübe mit den Teltower Rübchen und Herbstrüben. Bekannt ist sie etwa auch als Butterrübchen. Kulinarisch wird sie zu den Wurzelgemüsen gezählt. Hauptsaison hat sie im Mai und Juni. Geschmacklich zeigt sie aufgrund der vor allem in der Schale enthaltenen antibakteriell wirkenden Senföle eine leichte Schärfe, die an Radieschen denken lässt, und einen Hauch von Süße.

Alte Kulturpflanze

Bereits in der Antike stand die alte Kulturpflanze auf dem Speiseplan. Der griechische Arzt Dioskurides notierte im ersten Jhd. n. Chr. über die gekochte weiße Rübe, dass sie nahrhaft sei, Blähungen erzeuge und zum Liebesgenuss reize. Ihren gekochten Sprossen schrieb er eine harntreibende Wirkung zu. Die Blähungen sind dem enthaltenen Schwefel geschuldet und verstärken sich bei langer Kochzeit. Schon die Römer kannten ein Rübenkraut, das geraspelt und gesalzen, ähnlich unserem Sauerkraut durch Milchsäuregärung hergestellt wurde.

In früheren Zeiten, als man die Kartoffel noch nicht kannte, war die Speiserübe wegen ihres hohen Stärkegehalts als Grundnahrungsmittel weitverbreitet und wie die Pastinake ein geschätztes Gemüse. Die Mairübchen sollen auch ein Lieblingsgemüse von Goethe gewesen sein. Eine Mairübe ziert das Wappen von Keutschach am See in Kärnten.

Gesunde Inhaltsstoffe

Frische Mairüben sind knackig fest und glatt mit einer gleichmäßigen weißen Farbe.

Die Mairübe kann mit reichlich Vitaminen punkten. So bietet sie uns unter anderem Nerven stärkende B-Vitamine und zellerneuernde Folsäure. Zudem versorgt sie uns mit Mineralstoffen wie Calcium, Kalium, Phosphor und Eisen. Zink kräftigt Haut, Haare und Nägel. Die Blätter der Mairübe bieten viel Vitamin C, Folsäure und Beta-Carotin.

Die gesunden Wirkstoffe sollen unter anderem vor Dickdarmkrebs schützen.

Mairübe: Roh und gekocht

Verwendete Teile sind sowohl die Mairübe selbst als auch ihre Blätter. Letztere werden zubereitet wie Spinat und schmecken ähnlich wie dieser. Oder man verwendet sie klein geschnitten im Salat. Bioqualität ist unbedingt empfehlenswert. In manchen Regionen isst man nur die Blattstiele. Die Rübe lässt sich im Rohkostsalat wie Radieschen essen und empfiehlt sich zum Dippen in Kräuterquark. Wird sie roh verzehrt, sollte die Mairübe geschält werden. Fein geraspelt in Gemüsebratlingen verwenden. Gekocht schmeckt sie als Mairübchensuppe oder gedünstet als Gemüsebeilage zu Kartoffeln und Reis, Fisch und Fleisch. Wegen ihres zarten Geschmacks mögen auch Kinder sie sehr gern.

Mehr Infos zur Mairübe und weitere Rezepte finden Sie in der NaturApotheke 02/22.

geschrieben von
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