Frischekur mit Rhabarber

Feiner Speiserhabarber als erfrischender Einstieg in den Frühling (Bild: Pixabay)

Die Rhabarberzeit steht vor der Tür. Wir kennen die sauren Stangen vor allem von Kuchen und Kompott. Auch als Heilpflanze findet Rhabarber Anwendung.

In Deutschland soll Mitte des 19. Jahrhunderts ein Händler aus Kirchweder bei Hamburg von einem Engländer einige der „fruchtigen Gemüsestiele“ des Speiserhabarbers (Rheum barbarum) erhalten, erfolgreich angepflanzt und somit hierzulande eingeführt haben. Da wir ihn meist nur von süßen Speisen wie Kompott, Kuchen oder Marmelade her kennen, klingt es überraschend, dass Rhabarber eigentlich ein Gemüse ist, weil nicht der Fruchtstand, sondern seine Stängel verzehrt werden. Er schmeckt auch fein in Gratins, Cremes, süßsauren Chutneys und Saucen oder als pikante Gemüsebeilage. Verwendet werden nur die geschälten dicken Blattstile, die nicht abgeschnitten, sondern herausgedreht werden sollten. Die Blätter bitte unbedingt entfernen, sie enthalten giftige Oxalsäure und sind daher nicht zum Verzehr geeignet. Zum Schonen der Pflanze erst im zweiten Jahr nach dem Anpflanzen ernten. 

Die beste Erntezeit

April und Mai sind die beste Erntezeit, ab dem längsten Tag (21. Juni) sollten Sie auf frischen Rhabarber verzichten, denn je später die Stängel geerntet werden, desto mehr Oxalsäure enthalten sie. So bleibt der Pflanze auch genügend Zeit, für sie wichtige Reservestoffe zum Überwintern einzulagern. Die Stilfärbung des Rhabarbers ist unterschiedlich, grüne Stängel schmecken sehr sauer und weisen mehr Oxalsäure auf, rote Stängel sind milder und verwöhnen uns mit feinem Himbeeraroma. 

Rote Stängel sind milder, haben ein delikates Himbeeraroma und enthalten weniger Oxalsäure.

Rhabarber lässt sich sehr gut mit Milch und Milchprodukten kombinieren, da das in der Milch enthaltene Kalzium einen Teil der Oxalsäure bindet und der Körper sie in dieser Form nicht aufnimmt.

Gesunde Inhaltsstoffe

Rhabarber ist gesund, er enthält die Vitamine A, B1, B2 und C und reichlich Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium, Phosphor, Magnesium und Eisen. Auch punktet er mit reichlich Zitronen- und Apfelsäure. Nach dem langen Winter eignet sich der Rhabarber bestens für eine innere Frischekur, er enthält wertvolle Ballaststoffe, die die Verdauungsorgane unterstützen, indem sie den Darm reinigen und Giftstoffe abtransportieren. Wegen seiner Ballast- und Quellstoffe macht Rhabarber satt, obwohl 100 g nur 32 kcal enthalten. Zudem ist er nahezu zuckerfrei, was sich positiv auf den Blutzuckerwert auswirkt.

Rhabarber als Heilpflanze

Als Heilpflanze findet die getrocknete Wurzel des Medizinrhabarbers (Rheum palmatum) und des Chinesischen Rhabarbers (Rheum officinale) Anwendung. Aus dem südlichen Sibirien stammt der Rhapontikrhabarber (Rheum rhaponticum), dessen Hauptwirkstoff Rhaponticin östrogenartig wirkt. Außerdem stärkt Rhabarber u. a. unsere Stressabwehr und sorgt für eine gute Stimmungslage. Er tut der Haut gut und regt den Haarwuchs an. 

Haare färben mit Rhabarber

Rhabarber ist auch ein natürliches Schönheitsmittel zum Färben der Haare. Für alle, die ihr Haar blondieren möchten, hier das Rezept dazu: Besorgen Sie sich Rhabarberwurzel (aus der Apotheke), pulverisieren Sie diese, so weit dies noch nicht erfolgt ist. Dann fügen Sie den Saft einer Zitrone, ein wenig Olivenöl und heißes Wasser hinzu und verrühren alles, bis eine streichfähige Masse entsteht. Waschen Sie Ihr Haar und verteilen Sie die Paste auf dem Kopf. Setzen Sie nun eine Plastikhaube auf und wickeln Sie ein Handtuch darum herum. Lassen Sie alles eine halbe Stunde einwirken. Abschließend waschen Sie die Paste aus dem Haar. Tipp: Blondes Haar wird dadurch noch heller. Bereits mit Wasserstoffperoxid blond gefärbtes Haar könnte allerdings einen Grünstich bekommen.

Mehr Infos und Tipps zu Anwendungen mit Rhabarber finden Sie in der NaturApotheke 03/2019.

geschrieben von
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