Erntedank – das große Fest des Herbstes

Erntedankfest
Erntedankfest (Bild: Jumpstory)

Dieses Fest gilt als eines der ältesten überhaupt, es wird seit etwa 5000 Jahren gefeiert und findet in der Regel am Sonntag nach dem Michaelitag (29. September) statt, in diesem Jahr also am 4. Oktober. Da die Ernte für alle Menschen ein sehr bedeutendes Ereignis war, findet sich das Erntedankfest in vielen Kulturen. Zeugnisse dafür gibt es etwa für die ägyptische, griechische, römische, jüdische und christliche Kultur. Einst waren die meisten Menschen in der Landarbeit tätig und eine gute Ernte bedeutete anschaulich gesichertes Überleben, was die Menschen mit Dankbarkeit erfüllte. Das „tägliche Brot“ in den Händen zu halten, verlangte allen viel Arbeit ab und war weder damals noch heute selbstverständlich. 

Feste im Wandel der Zeiten

Auch das Erntedankfest hierzulande hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Einst fand vor dem ersten Schnitt eine Segnung der Erntegeräte statt. In manchen Gegenden war es Brauch, die erste Fuhre des Ernteguts zu schmücken. Dabei war es wichtig, dass sie ohne Streit und Lärm nach Hause gefahren wurde, da man ansonsten eine magere Ernte befürchtete. Um Gott milde zu stimmen, erhielten die Armen einen Teil des Ertrags. Auch war es Brauch, sich einfach neben dem Feld hinzuknien und Gott um eine gute Ernte zu bitten. Eine Reihe von Varianten des Erntedankfestes hat sich bis heute erhalten. Ein Beispiel dafür ist etwa der in den Alpen übliche Almabtrieb als Zeichen des Dankes für einen Sommer ohne tödliche Erkrankungen und Seuchen unter den Tieren.

In den Kirchen wird zur Erntedankfeier ein Altar festlich mit Früchten der Felder und Gärten geschmückt. Daneben finden sich oft auch Gaben des ortsansässigen Handwerks. Den Mittelpunkt des Erntedankaltares bilden ein Erntekranz oder eine Erntekrone, die ihren Ursprung im jüdischen Sukkotfest haben. Einem alten Brauch zufolge binden die Frauen der Gemeinde diese kunstvoll aus den vier Getreidesorten Weizen, Roggen, Hafer und Gerste. Aus alter Tradition werden die Gaben des Erntedankaltares an Menschen in Not verschenkt. Schließlich erinnert dieser Tag auch daran, dass der Mensch gegenüber der Natur Verantwortung trägt und ihr dankbar und achtsam begegnen sollte. Diesen Artikel sowie viele weitere rund um die Naturheilkunde lesen Sie in der aktuellen NaturApotheke 01/2021.

geschrieben von
Mehr von Kerstin Möller

Die Quitte – Eine (fast) vergessene Heilpflanze

Bis in die 1960er Jahre war die Quitte noch recht populär. Danach...
weiterlesen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.