Gut schlafen – auch bei Zeitumstellung

Gut schlafen – auch bei Zeitumstellung
Gut schlafen – auch bei Zeitumstellung (Bild: Getty Images)

Die Zeitumstellung im Winter und Frühling ist oft der Auftakt für unruhige Tage. Wir scheinen aus dem Rhythmus zu fallen, schlafen abends schlecht ein und quälen uns morgens aus dem Bett. Bis wir uns an die Umstellung gewöhnt haben, können die Kräuter Hopfen, Herzgespann, Melisse, Baldrian und die Rose gute Hilfe leisten.

Eine gute Schlafqualität hält uns frisch, gesund und gut gelaunt. Im Schlaf koppeln wir unser Bewusstsein weitgehend von der Umgebung ab, während wir uns sowohl körperlich als auch geistig regenerieren. Einschlafphasen, Traumphasen und Tiefschlafphasen wechseln sich immer wieder ab, während wir Erlebtes verarbeiten, Erlerntes festigen und Krankheiten abwehren. Das Gedächtnis und unsere Gefühlswelt profitieren vom Schlaf. Wie viele Stunden dafür erforderlich sind, ist individuell verschieden. Der Richtwert für Erwachsene liegt etwa bei sechs bis acht Stunden.

Im Winter schlafen die meisten von uns etwas mehr als im Sommer, was vermutlich an der gesteigerten Produktion des Schlafhormons Melatonin liegt. Melatonin wird bei Dunkelheit vermehrt im Zwischenhirn gebildet und macht uns schläfrig. Mit zunehmendem Alter nehmen die Tief­schlafphasen ab. Dadurch wachen wir nachts häufi­ger auf und schlafen zunächst etwas weniger.

Der Rhythmus macht´s

Eine ganz wesentliche Ursache für Schlafprobleme ist feh­lende Regelmäßigkeit. Wir unterliegen als Menschen den Zyklen der Natur mit den Jahreszeiten, den Sonnen­ und Nachtstunden. Leben wir gegen den natürlichen Rhythmus, so stellen sich oft Schlafstörungen ein. Dies zeigt sich bei der Zeitumstellung. Besonders betroffen sind Schichtarbeiter*innen und alle, die viel um die Welt fliegen und Zeitverschiebungen ausgleichen müssen. Für eine gute Nachtruhe ist es grundsätzlich hilf­reich, jeden Tag um die gleiche Zeit ins Bett zu gehen und aufzustehen. Wer verschiedene Schichten arbeitet, könnte zumindest eine Wochenregelmäßigkeit anstreben.

Rituale helfen ebenfalls, zur Ruhe zu kommen. Regelmäßig ein kleiner Spaziergang vor der Nachtruhe, ein paar Minu­ten auf der Bank im Garten, eine Meditation, ruhige Musik oder ein schönes Buch können guten Schlaf unterstützen. Frühaufsteher oder Langschläfer zu sein, hängt ganz vom persönlichen Biorhythmus ab.

Nicht nur im Bier ist der Hopfen eine gute Beruhigungshilfe.
Nicht nur im Bier ist der Hopfen eine gute Beruhigungshilfe.

Der Hopfen: bewährte Einschlafhilfe

Der Hopfen ist ein gutes Beruhigungsmittel, nicht nur im Bier. Schon vor dem Reinheitsgebot für das Bierbrauen (1516) war der Hopfen als Heilmittel bekannt. Der deutsche Botaniker und Arzt Hieronymus Bock schrieb um 1550 über die Anwendung der Hopfensprossen gegen Leber- und Milzschwellung und zur Blutreinigung. Wirksam ist der Bitterstoff im Hopfen, der unter anderem Lupulinum enthält. Dieser Inhaltsstoff hat sich als Einschlafmittel bewährt. Da der Alkohol im Bier zwar auch Schläfrigkeit fördert, aber die Durchschlafphasen stört, wendet man Hopfen besser in Teemischungen oder als Fertigpräparat an. Sehr hilfreich ist auch ein Hopfenbad vor dem Zubettgehen. Empfehlenswerte Einzeldosis der getrockneten Droge im Tee sind 0,5 g (entspricht 1 TL).

Rezept: Im Hopfen baden
Zutaten
20–30 g Hopfen
10 Tr. ätherisches Lavendelöl 2–3 EL Honig
Zubereitung
Aus dem Hopfen einen Tee kochen und das Lavendelöl mit dem Honig vermischen. Alles zusammen ins Badewasser geben. Das Bad sollte etwa 20 Minuten dauern, anschließend gleich ins Bett gehen.

Herzgespann entspannt das Herz für einen guten Schlaf.
Herzgespann entspannt das Herz für einen guten Schlaf.

Das Herzgespann: Heilpflanze aus der Klostermedizin

Das Herzgespann findet Verwendung bei Schlafstörungen, die mit nächtlichen Herzbeschwerden einhergehen. Diese Herzbeschwerden sind in der Regel nervös bedingt und haben keinen Krankheitswert, obwohl sie sich so anfühlen. Das Herzgespann wirkt regulierend auf die Herzfrequenz und den Blutdruck. Nächtliche Hitzewallungen und nervöse Unruhe werden gelindert. Eine milde Schilddrüsenüberfunktion, die ebenfalls zu Schlafstörungen führen kann, wird durch das Herzgespann zusätzlich günstig beeinflusst. Will man nur Herzgespann als Tee zubereiten, nimmt man 1 TL des Krautes, übergießt dieses mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt den Tee für Minuten ziehen. Dosierung für Erwachsene: dreimal täglich eine Tasse.

Die Melisse hilft bei Einschlafstörungen mit Kopfweh.
Die Melisse hilft bei Einschlafstörungen mit Kopfweh.

Melisse: Einschlafhilfe für die ganze Familie

Der Melisse begegnen wir in vielen Teerezepten, nicht nur weil sie gut schmeckt, sondern auch weil sie so wirksam ist. Wir finden sie in Rezepturen zur Stärkung des Herzens, wo ihre beruhigende Wirkung zum Tragen kommt. Daneben ist sie auch bei Magen-Darm-Störungen einsetzbar. Gute Erfolge erzielt man bei Einschlafstörungen, die mit Kopfschmerzen einhergehen. Für Kinder ist die Zitronenmelisse wegen ihres Geschmacks und der Bekömmlichkeit besonders gut geeignet. Für eine Tasse Tee nehmen wir 1 TL Kraut und lassen ihn 10 Minuten ziehen.

Baldrian: die Traumpflanze

Traditionell wird der Baldrian heute bei Ein- und Durchschlafstörungen sowie bei chronischen Angst- und Unruhezuständen eingesetzt. Je höher die Dosis, desto stärker wird das zentrale Nervensystem gedämpft. Es kommt neben der schlaffördernden Wirkung auch zu einem krampflösenden und muskelentspannenden Effekt. Besonders gut harmoniert der Baldrian mit dem Hopfen, da sich hier die Eigenschaften gegenseitig verstär- ken. Dosieren wir den Baldrian eher niedrig, so führt dies neben einem leicht beruhigenden Effekt zu einer verbesserten Konzentrationsleistung. Für einen Tee bereiten wir einen Kaltauszug, der nach 24 Stunden erwärmt, abgeseiht und vor dem Schlafengehen getrunken wird. Dosis 2 bis 3 g pro Tasse.

Schon der Duft der Rose wirkt beruhigend.
Schon der Duft der Rose wirkt beruhigend.

Rose: sanfte Begleitung in den Schlaf

Die Rose hat mit ihrem wohltuenden Duft vor allem eine ausgleichende Wirkung auf die Herz- und Nervenfunktion. Sie beruhigt und besänftigt aufgewühlte Gedanken. Getrocknete Rosenblütenblätter passen gut in Teemischungen. Reines ätherisches Rosenöl mit etwas Kamillenöl in ein Lavendelwasser gemischt und auf das Kopfkissen gesprüht, verwandeln das Bett in eine Schlafoase. Echtes Rosenöl hat seinen Preis, allerdings benötigen wir nur wenige Tropfen. Der Duft bringt oft schnell Entspannung und den ersehnten Schlummer.

Tipp: Am feinsten (und teuersten) sind das türkische und das bulgarische Rosenöl aus Damaszenerrosen. Für die aktuelle Ausgabe der NaturApotheke 5/2021 sind wir ins Tal der Rosen gereist und haben dort alte Rosentraditionen und Heilmittel entdeckt.

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