Die Walnuss stärkt Nerven und Immunsystem

Im September werden die Walnüsse reif. (Bild: Pixabay)

Die Walnuss begleitet den Menschen seit tausenden Jahren als Nahrungs- und Heilmittel. Ihre Blätter, Nüsse und Schalen lassen sich vielfältig anwenden 

Nüsse zu ernten, gehört zum Herbst wie Kirschen pflücken zum Sommer. Lange haben wir gewartet, jetzt gibt die grüne Hülle die Nuss darin frei. Von nun an werden uns die Nüsse durchs restliche Jahr begleiten, besonders auch in der Advents- und Weihnachtszeit. Wie wär’s, wenn Sie sich jeden Tag eine Handvoll Nüsse gönnen. Sie schmecken gut, stärken unser Immunsystem und wirken entzündungshemmend. 

Gesunde Inhaltsstoffe

Walnüsse stecken voller wertvoller Nährstoffe. So bieten sie uns etwa wertvolle Vitamine, Nähr- und Ballaststoffe. Dazu gehören die Vitamine A, B1, B2, B3, B6, C und E und Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium, Eisen und Schwefel. Zudem versorgen sie uns mit sekundären Pflanzenstoffen wie Antioxidantien, die freie Radikale bekämpfen können und so das Immunsystem unterstützen. Und auch das Spurenelement Zink ist enthalten. Cholin und Lecithin tragen dazu bei, die Leistungsfähigkeit unseres Gehirns zu fördern. Vitamin B6 stärkt die Konzentrationsfähigkeit und wirkt Müdigkeit und Nervosität entgegen. Nehmen wir regelmäßig Walnüsse und Walnussöl zu uns, kann uns das stressresistenter machen. Auch wird die Produktion von Melatonin angeregt, das guten Schlaf fördert.

Vitamin B1 wirkt unterstützend bei Angstzuständen und Niedergeschlagenheit. Walnüsse gehören zu den Quellen für Omega-3-Fettsäuren, die u. a. das LDL-Cholesterin in Schach halten, blutdrucksenkend wirken, die Zell- und Gefäßwände schützen und Herz und Kreislauf stärken. Getrocknet bieten sie viele Ballast- und Faserstoffe, unterstützen die Verdauung und sind eine Empfehlung bei Verstopfung.

Die Nüsse enthalten außerdem Bitterstoffe, ätherische Öle, Tannine, Flavonoide, Gerbstoffe sowie Gerbsäuren. In den Walnussblättern stecken viele Gerbstoffe, die schmerzstillend, antibakteriell und adstringierend wirken. 

Geschichte

Unsere heimischen Walnüsse sind kleiner und geschmacksintensiver als die großen kalifornischen Nüsse.

Ursprünglich beheimatet ist der Walnussbaum wohl rund um das Kaspische Meer, worauf der griechische Name „Persicon“ hindeutet. Ein anderer griechischer Name für den Baum ist „Basilicon“ (der Königliche), was die große Verehrung dieses Baumes zum Ausdruck bringt. Der deutsche Name Walnuss gründet im mittelhochdeutschen „welsch nuz“, was auf das heutige Frankreich oder Italien hinweist, von wo die Römer die Walnuss über die Alpen zu uns brachten. Weitere Namen der Walnuss (Juglans regia) sind Christnuss oder Steinnuss. Im 18. Jhd. brachten spanische Eroberer sie nach Nordamerika. Ursprünglich waren sie haselnussgroß, wurden aber im Laufe der Zeit immer größer gezüchtet. Das Holz des Walnussbaumes ist hart und dennoch geschmeidig, sodass es seit jeher vielfältig genutzt wird und sich etwa auch für den Bau von Musikinstrumenten gut eignet.

Botanik

Der Walnussbaum gehört zur Familie der Walnussgewächse (Juglandaceae). Er ist ein sommergrüner Laubbaum, der über 20 Meter hoch werden kann. Auffällig ist, dass die ovalen, zwischen 20 und 40 cm langen Blätter einen besonderen Geruch absondern, wenn man sie zerreibt oder das Wetter heiß ist, der müde machen und Übelkeit auslösen kann, und dass sie sich im Herbst nicht bunt färben, sondern grün von den Bäumen fallen. Reif werden die Walnüsse im September, dann springt die grüne, fleischige Außenschale auf und gibt den holzigen, hellbraunen Stein frei, den wir als Walnuss kennen. Lange hielt man die Walnuss für eine Steinfrucht. Neueren Forschungen zufolge gehört die fleischige grüne Hülle aber nicht zur Frucht, sodass die Walnuss zu Recht als Nuss bezeichnet wird.

Mythologie

Schon in der Antike galt der Walnussbaum als heilkräftig und war der Göttin der Jagd Diana geweiht. Im ersten Jhd. n. Chr. empfahl Dioskurides die Frucht zur Nervenstärkung und die wohltuende Anwendung der gerbsäurehaltigen Blätter bei Hautkrankheiten. Auch Galen (131–202 n. Chr.) vertrat diese Meinung, er empfahl Aufgüsse von getrockneten Walnussblättern bei Juckreiz und für entzündete Hautstellen.

Dass der Baum meist allein und mächtig dasteht, ließ die Walnuss auch unheimlich erscheinen. So ließ Paschalis II im alten Rom einen Walnussbaum umschlagen, weil er davon überzeugt war, dass der Baum die böse Seele von Kaiser Nero beherbergte. In Nordeuropa wird die Walnuss auch als Totenbaum und Heimstatt böser Geister gesehen, da um sie herum andere Pflanzen wegen des Juglons nur schwer gedeihen. Diese Bäume vertreiben zudem Insekten, weshalb man auf den Bauernhöfen Walnussbäume früher gern nah bei den Misthaufen anpflanzte.

Aus Pakistan stammt der Glaube, dass der Walnussbaum die Kraft hat, vor allem Bösen zu schützen und vor Schaden zu bewahren. Dort werden auch heute noch kleine Rindenstückchen des Baumes als Zahnbürste verwendet. Als im Mittelalter die Pest in Europa ihr Unwesen trieb, setzte man gleichfalls auf die Heilkraft der Walnuss, um die Schmerzen der Erkrankten zu lindern. Dazu wurden Aufgüsse und Umschläge angewendet, die mit einem Sud aus getrockneten Walnussblättern getränkt worden waren. Nicholas Culpeper empfahl im 17. Jhd. Walnussblattextrakte mit Zwiebel, Honig und Salz gegen tödliche Gifte von Schlangen- und Spinnenbissen.

Aus dem italienischen Bologna stammt der Glaube, dass Hexen sich zur Sommersonnenwende unter Walnussbäumen treffen, um dort zu feiern. Und aus Griechenland kommt der Brauch, Walnüsse auf den Boden zu streuen, wenn ein junges Paar heiratet. Träume von Walnüssen weisen laut altem Volksglauben auf einen untreuen Partner hin. Man glaubte, dass Walnüsse Potenz und Fruchtbarkeit steigern. Wenn es viele Walnüsse gibt, soll der Winter hart werden.

Walnusstee zur Herzstärkung

Die Trennwände zwischen den Walnusskernen nennt man Kämben.

Die Kämben von rund zehn Walnüssen in eine Tasse Wasser geben und kurz zum Kochen bringen. Dann 5 Minuten ziehen lassen und abseihen. Ein Tee oder eine Tinktur aus Nusskämben soll das Herz stärken und bei Herzrhythmusstörungen unterstützend wirken.

Affirmationen für die Bachblüte Walnuss:

  • Ich bin mir sicher.
  • Ich bleibe mir treu.
  • Ich gehe meinen Weg.

Erfahren Sie mehr über die Walnuss und wie Sie sie anwenden können in der NaturApotheke 01/2021.

geschrieben von
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