Gesund – wenn der Darm intakt ist

Gesund wenn der Darm gesund ist
Gesund wenn der Darm gesund ist (Bild: Getty Images)

Wenn der Darm nicht gesund ist, leidet der ganze Organismus. Die Mikroorganismen an der Darmschleimwand geraten aus dem Gleichgewicht und beeinflussen Verdauung, Immunabwehr und Haut, aber auch das Gefühlsleben.

Eigentlich hatte sich die Natur das so gut ausgedacht für den Menschen: Sobald er in eine Stresssituation gelangt, in der er beispielsweise jagen oder um sein Leben rennen muss, fährt das sympathische Nervensystem alle Körperfunktionen zurück, die in dem Moment nicht so wichtig sind: Verdauung, Immunabwehr oder Regeneration zum Beispiel. Ist der akute Stress vorbei, sorgt der Parasympathikus für eine Beruhigung: Herzfrequenz und Bluthochdruck sinken, dafür stößt er Magen und Darm wieder an. Dieses System hat sich bis heute nicht geändert – wohl aber unsere Umstände. Statt akuter Stresssituationen erleben viele von uns eine ständige Belastung.

Mit der Folge, dass vor allem der Darm nicht mehr richtig arbeiten kann, meldet das Gehirn doch ständig Alarmsituationen. Zusammen mit einer Ernährung, die nur noch einen Bruchteil der notwendigen Ballaststoffe enthält, kann das Gleichgewicht der Mikroorganismen, die die Darmschleimhaut besiedeln – das sogenannte Mikrobiom – aus dem Lot geraten. Einige Bakterien nehmen ab, andere, krankheitserregende Bakterien nehmen ihren Platz ein. Außerdem entscheidet der Darm, welche Substanzen in Nahrung oder Wasser durchgelassen werden. Das ist evolutionär festgelegt, sodass alte Nahrungsmittel oder Nährstoffe von der Darmwand eher durchgelassen und neue oder synthetische abgewehrt werden. Dieser Abwehrprozess im Darm produziert Entzündungen und führt zu Erschöpfungen. Heute sind viele Mediziner überzeugt, dass zahlreiche chronische Krankheiten ihre Ursache im Darm haben (mehr dazu erfahren Sie hier).

Doch was ist zu tun? 

Schritt eins ist, sich diese Mechanismen und den großen Schaden durch Dauerstress bewusst zu machen.
Schritt zwei ist, wo möglich zu entschleunigen,Stress abzubauen und sich Ruhepausen zu gönnen.
Schritt drei ist eine angepasste Ernährung. Ihr widmet sich unsere Serie „Gesund bleiben durch Vorbeugen“ in der nächsten Ausgabe (welche Folgen es bisher gab, lesen Sie in unserem Artikelindex).

Viele nutzen die Fastenzeit zu Jahresbeginn für eine Darmkur. Tipps dazu finden Sie in unserer neuen Ausgabe. Wen Magen- und Darmprobleme belasten, der sollte sein Mikrobiom untersuchen lassen und mit Arzt oder Heilpraktiker eine Therapie besprechen – etwa mit Darmbakterien oder Probiotika. Die wichtigsten von Ihnen und ihre Wirkungsweise stellen wir ebenfalls in unserer neuen Ausgabe vor.

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