Brot länger frisch halten und richtig aufbewahren

Brot länger frisch halten

Was haben wir nur immer mit unserem Brot? Wir lieben und schätzen es, wir essen und wir backen es wie kaum ein anderes Volk. Und werfen trotzdem eines von fünf Broten unberührt weg

Am Eingang der Kirche von Hellinghausen liegt ein Brot aus Stein. Es erinnert an eine alte Sage, in der sich Brot zu Stein verwandelt, wenn die Menschen die Ehrfurcht vor dem Brot verlieren. Wir feiern uns als Land der Brotkultur, haben ein Register mit mehr als 3200 Brotsorten, doch mit der Ehrfurcht hapert es.

Das steinerne Brot von Hellinghausen
Das steinerne Brot von Hellinghausen

Brot in Zahlen

42,6 kg Brot hat jeder deutsche Haushalt 2021 gekauft – zumindest durchschnittlich gerechnet – und damit etwa zwei Scheiben Brot am Tag verputzt. (Zur Zahlenquelle hier) Bei dieser Menge dauert es knapp eine Woche, bis ein normaler Laib mit etwa 500 g Gewicht aufgegessen ist. Oft ist es aber so, dass die letzten Scheiben nicht mehr auf den Teller, sondern in den Abfall wandern, weil sie hart oder schimmelig sind. Wie schade! Richtig aufbewahrt, bleibt Brot nämlich bis zum letzten Bissen köstlich.

Wie lange Brot hält

Je feuchter Brot ist, desto länger kann man es aufbewahren. Das laut Statistik am häufigsten gekaufte Toastbrot sollte in 2–3 Tagen aufgebraucht werden, ein saftiges Roggenbrot hält bis zu neun Tage lang. Das gilt übrigens für selbst gebackenes wie für in der Bäckerei gekauftes Brot.

Brot richtig aufbewahren

Zu wenig Feuchtigkeit trocknet Brot aus, zu viel Feuchtigkeit lässt es schimmeln. Daher sind zur Aufbewahrung alle Behälter ideal, die Feuchtigkeit aufnehmen. Am besten eignen sich ein teilglasierter Brottopf aus Ton oder ein Leinenbeutel. Beide Materialien nehmen Feuchtigkeit auf, ohne das Brot auszutrocknen, und lassen die Luft ums Brot zirkulieren. Wer gern Brot mit knuspriger Kruste isst, sollte sich einen Brotbeutel besorgen, im Tontopf wird die Kruste weich.

Im Römertopf bleibt Brot lange frisch
Im Römertopf bleibt Brot lange frisch

Der besondere Tipp: Einfrieren

Im Kühlschrank wird Brot trocken, aber frisch eingefrorenes Brot schmeckt nach dem Auftauen immer noch. Wer sich einmal in der Woche einen Laib Lieblingsbrot holt, sollte ihn sich noch in der Bäckerei aufschneiden lassen und dann zu Hause in Portionen zu 5–6 Scheiben einfrieren. So lässt er sich bis zur letzten Scheibe genießen. Und wer vergisst, rechtzeitig die nächste Portion aus dem Gefrierfach zu holen, kann die gefrorene Scheibe in den Toaster stecken. Dort wird sie besonders knusprig und mancher verträgt getoastetes Vollkornbrot sogar besser als frisches.

Brot retten und sparen

Bäckereien oder die Brotstände in den Supermärkten sind angehalten, bis kurz vor Ladenschluss noch eine Auswahl an frischem Brot im Regal zu halten. Der Teil dieser Backwaren findet aber keinen Käufer mehr und wird entsorgt. Einige Bäckereien bieten deshalb Brot kurz vor Ladenschluss deutlich günstiger an, beispielsweise die Filialen der Hofpfisterei München oder von Hinnerbäcker in Wölfersheim. Viele Bäcker haben sich der Aktion „Gutes von gestern“ angeschlossen und verkaufen in bestimmten Filialen Brot vom Vortag: Einfach mal im Internet nach „Gutes von gestern“ und dem eigenen Ort suchen.

Köstlicher Kirschenmichl mit altem Brot
Köstlicher Kirschenmichl mit altem Brot

Besser als wegwerfen

Brot wegzuwerfen, bringt keinen Segen, sagt der Volksmund. Das ist auch gar nicht nötig. In NaturApotheke 4/22 zeigen wir, was sich alles aus altem Brot zaubern lässt: vom Brottrunk über Croutons und Brotsuppe bis zum köstlichen Kirschenmichl. Wichtig ist nur, dass das Brot nicht schimmelt und an einem luftigen Platz gut durchtrocknen kann.

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