Mit Plogging ins Frühjahr starten

Plastikmüll braucht bis zu 450 Jahre, um ganz zu zerfallen. (Bild: Pixabay)

Aus Schweden stammt der Fitnesstrend Plogging, der nicht nur gesund hält, sondern auch die Umwelt unterstützt

Die Sonne scheint zum Frühjahrsstart und die Temperaturen klettern auf dem Thermometer nach oben. Auf unseren Spaziergängen am nahegelegenen See ist uns in der letzten Zeit aufgefallen, dass ziemlich viel achtlos Weggeworfenes in der Landschaft herumliegt, besonders auch Plastikmüll von Lebensmittelverpackungen. Ein guter Zeitpunkt also für eine Plogging-Runde am See.

Was ist Plogging?

Der Begriff „Plogging“ setzt sich zusammen aus dem schwedischen Wort „plocka upp“ (aufheben, sammeln) und Jogging und bezeichnet eine Natursportart, bei der man nicht nur an der frischen Luft läuft, sondern gleichzeitig etwas gegen die zunehmende Vermüllung der Landschaft unternimmt, indem man herumliegende Abfälle aufsammelt.

Auf die Idee kam der schwedische Umweltaktivist Erik Ahlström 2016, nachdem er nach Stockholm gezogen war und ihm beim Joggen all der Müll am Straßenrand auffiel. Statt sich nur darüber zu ärgern, begann er über die sozialen Medien damit, Plogging-Gruppen zu organisieren, die gemeinsam loszogen, um die Stadt zu säubern. Mithilfe dieser Events hat sich Plogging zunehmend über die Landesgrenzen hinaus verbreitet. Über die schwedische Webseite „Plogga“ wird der Trend beworben, damit er mehr Anhänger findet. Mittlerweile gibt es in vielen Ländern Plogging-Gruppen und entsprechende Events.

Zu den Beweggründen der umweltbewussten Jogger zählen neben der sportlichen Motivation und gemeinsamen Aktivitäten mit anderen auch das soziale Engagement für ihre nähere Umgebung. So macht Jogging mehr Spaß.

Inzwischen finden sich auch im deutschsprachigen Bereich zahlreiche solche Initiativen. Am besten einfach mal in den sozialen Medien nachsehen, was an Plogging-Aktivitäten in Ihrer Umgebung stattfindet.

Wie Plogging funktioniert

Beim Plogging läuft man ganz normal seine Joggingtour. Fällt einem während der Laufrunde herumliegender Müll auf, nimmt man ihn einfach mit. Zu diesem Zweck braucht man zusätzlich zum Workout-Outfit einen Müllsack und idealerweise Handschuhe. Man nimmt mit, was geht und entsorgt den Müll am Ende der Laufrunde. So macht man Park, Wald, Stadt oder Landschaft ein bisschen sauberer. Die Bewegung an der frischen Luft tut gut, und Tiere und Pflanzen danken es uns. Und das Plogging ist bitter nötig: Unter dem Hashtag #plogging zeigen Aktive aus verschiedensten Ländern, was sie beim Laufen an Abfällen gesammelt haben. Das stimmt schon sehr nachdenklich, was unseren Umgang mit Müll angeht.

Am besten Müll vermeiden

In Europa liegt Deutschland an der Spitze beim Produzieren von Verpackungsmüll, wie das Umweltbundesamt bekannt gab. Daher sollten wir alle versuchen, im Alltag weniger Plastikmüll zu verursachen. Zum Beispiel so:

  • Verwenden Sie statt Plastiktüten einfach Stofftaschen.
  • Verzichten Sie beim Einkaufen von Obst und Gemüse möglichst auf Plastikverpackungen.
  • Auf dem Wochenmarkt können Sie unverpackte Lebensmittel einkaufen.
  • Nutzen Sie bei diesen Einkäufen eigene mitgebrachte Mehrwegboxen und -becher.
  • Verwenden Sie Mehrwegflaschen aus Glas statt Plastikflaschen.

Plogging motiviert zum Laufen

Für diejenigen, die sich gern mehr bewegen möchten, aber oft Motivationsschwierigkeiten haben, ist Plogging eine gute Sache. Das Laufen ist so nicht zu eintönig. Aus gesundheitlicher Sicht bieten die Bewegungsabläufe beim Plogging durch das wiederholte Bücken, Aufsammeln, Aufrichten und Weiterlaufen zudem mehr Abwechslung und beanspruchen verschiedenste Muskelgruppen etwa im Rumpf und in den Armen, die beim Joggen im Ruhemodus bleiben. Der Effekt lässt sich steigern, indem Sie sich beispielsweise abwechselnd niederknien oder bücken, um die Abfälle aufzuheben oder indem Sie die Mülltüte auch mal mit gestreckten Armen tragen. Und das gute Gefühl, etwas Wertvolles für die Umwelt zu tun, verstärkt die Freude.

Plogging hilft der Umwelt und schafft Bewusstsein

Plogging hilft, die Umwelt sauberzuhalten und schafft Bewusstsein für das Thema.

Auch wenn wir mit Plogging unser Müllproblem nicht lösen können, leisten wir damit einen Beitrag zum Sauberhalten der Umwelt und verstärken die Aufmerksamkeit für dieses Thema. Denn mancher, der Plogger sieht, fängt vielleicht an, sich ebenfalls Gedanken über das eigene Verhalten zu machen oder sogar selbst zu ploggen.

Tipp: Wenn viel Müll herumliegt, nehmen manche Plogger vor allem bestimmten Abfall wie Plastikmüll mit. Eine gute Idee, finden wir, da Plastik nicht vermodert. Wussten Sie, dass eine PET-Flasche bis zu 450 Jahre braucht, um ganz zu zerfallen? Auch wenn man einfach nur spazieren geht, lässt sich auf diese Weise etwas Müll mitnehmen.

Dieser Beitrag stammt aus der NaturApotheke 03/2019. In unserer Rubrik „Heilsame Bewegung“ stellen wir u. a. regelmäßig Trends vor, die unsere Gesundheit fördern, die Umwelt schützen und Spaß machen.

geschrieben von
Mehr von Kerstin Möller

Geheimtipp: Alexander-Technik

Die Alexander-Technik hilft uns auf sanfte Weise, achtsamer zu werden und uns...
weiterlesen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.